Ideal für: Entwickler und sorgfältige Nutzer, die die offizielle Open-Source-Sicht auf Mainnet, Devnet, Testnet oder ihren eigenen RPC-Node wollen.
Tempo8.6
Token-Daten7.8
Lesbarkeit8.2
Entwickler-Tools9.8
Das gefällt uns
- +Offiziell und Open Source unter MIT-Lizenz
- +Cluster-Schalter mit Mainnet Beta, Devnet, Testnet und Custom RPC
- +IDL-Tab, Anchor-Dekodierung und Tab für Verified Builds
- +Zeigt Accounts des Solana Attestation Service und Token-2022-Extensions
Das geht besser
- −Kein CSV-Export der Transaktionshistorie
- −Kaum Marktanalysen, Holder-Rankings oder Labels
- −Dichtere, technischere Sprache für Einsteiger
Früher oder später hat jeder Solana-Entwickler explorer.solana.com in den Lesezeichen. Der offizielle Solana Explorer ist das eigene Fenster der Solana Foundation auf die Chain: schlicht, kostenlos, Open Source und der einzige große Explorer, den du auf jeden beliebigen Cluster oder RPC-Endpunkt richten kannst. Wir haben ihn monatelang neben Solscan und Orb von Helius genutzt. Dieser Test zeigt, was die Oberfläche anzeigt, welche Funktionen wirklich einzigartig sind und wo du doch zu einem anderen Tab greifst.
Was ist der offizielle Solana Explorer?
Der offizielle Solana Explorer ist ein Web-Explorer unter explorer.solana.com, gepflegt von der Solana Foundation und als Open Source auf GitHub veröffentlicht. Er zeigt Transaktionen, Accounts, Token, Blöcke und Programme für das Solana-Mainnet und die Test-Cluster.
„Offiziell“ heißt hier, dass ihn die Stiftung hinter dem Netzwerk betreibt, nicht, dass seine Daten richtiger wären. Jeder Explorer liest dasselbe Ledger über RPC-Nodes, eine bestätigte Transaktion sieht also überall identisch aus. Was dir der offizielle Explorer bietet, ist Neutralität: keine Token-Werbung, keine Anzeigen, keine Trading-Widgets und Code, den jeder prüfen kann. Das Repository unter github.com/solana-foundation/explorer steht unter MIT-Lizenz, mit der Zeile „Copyright (c) 2023 Solana Labs“ aus der früheren Geschichte. Im Netz liest man mitunter, Anza betreibe den Explorer; Belege dafür haben wir nicht gefunden.
- URL
- explorer.solana.com
- Betreiber
- Solana Foundation
- Quellcode
- GitHub, MIT-Lizenz
- Konto nötig
- Nein
- Cluster
- Mainnet Beta, Devnet, Testnet, Custom RPC
- Programm-Verifizierung
- Über verify.osec.io von OtterSec
- CSV-Export
- Nicht vorhanden
- Native Mobile-App
- Keine; responsive Website
Rundgang durch die Oberfläche des Solana Explorer
Die Oberfläche des Solana Explorer besteht aus einer Suchleiste, einem Cluster-Schalter und Detailseiten mit Tabs. Neben Solscan wirkt sie karg, und das ist Absicht: Jedes Feld entspricht ziemlich genau dem, was der RPC zurückgibt.
Startseite. Die Startseite zeigt, in welchem Cluster du bist, und Live-Kennzahlen wie Umlaufmenge und aktuelle Performance. Das ist ein nützlicher Plausibilitätscheck, ob der Cluster Slots produziert; eine ausführlichere Live-Ansicht bietet unsere Netzwerkstatistik.
Transaktionsseite. Füg eine Signatur mit 87 oder 88 Zeichen ein, und du bekommst zuerst die Übersicht (Ergebnis, Zeitstempel, Slot, Gebühr, verbrauchte Compute Units), dann die Liste „Account Input(s)“ mit den beschreibbaren Accounts und Signern, danach jede Instruktion, dekodiert, sofern das Programm bekannt ist, und zuletzt die Programm-Logs. Die Angaben zu Compute Units sind präziser als bei den meisten Explorern, deshalb kommen Entwickler zum Debuggen fehlgeschlagener Transaktionen hierher. Unser Ratgeber Solana Transaktion prüfen geht jedes Feld durch.
Account-Seite. Eine Adressseite zeigt SOL-Guthaben, Owner-Programm und Datengröße, darunter Tabs, die sich je nach Account-Typ ändern: Token-Bestände bei einer Wallet, Historie und dekodierte Daten bei programmeigenen Accounts. Anchor-Accounts werden in benannte Felder übersetzt, wenn die IDL des Programms verfügbar ist.
Token-Seite. Eine Mint zeigt Umlaufmenge, Decimals, Mint und Freeze Authority und bei Token-2022-Mints einen Tab mit allen Token-Extensions. Was du nicht findest, ist eine sortierte Holder-Liste mit Prozentangaben; dafür ist Solscan schneller. In unserem Token-Explorer-Ratgeber steht, bei welchen Authority-Einstellungen du hellhörig werden solltest.
Cluster und Custom RPC: die Funktion, die kein anderer bietet
Der Cluster-Schalter ist der größte Vorteil des offiziellen Explorers. Ein Dropdown schaltet den ganzen Explorer zwischen Mainnet Beta, Devnet und Testnet um oder richtet ihn auf eine beliebige RPC-URL, die du eingibst.
Echte SOL, echte Token
Der Produktiv-Cluster. Das Wort „Beta“ im Namen ist historisch und heißt nicht, dass der Explorer eine Testversion ist.
Kostenloses Test-SOL
Im Devnet deployst und testest du Programme; das Testnet dient vor allem Tests von Validatoren und Clients.
Dein eigener Node
Gib eine beliebige RPC-URL ein, auch einen lokalen Test-Validator, und der komplette Explorer liest von dort.
Deshalb suchen so viele nach einem „Solana Explorer Beta“: Das Label Mainnet Beta steht direkt im Header. Neue Funktionen tauchen tatsächlich oft zuerst im offenen Repository auf. Wirkt etwas experimentell, ist die Commit-Historie auf GitHub der beste Ort, um nachzusehen, was sich geändert hat.
Custom RPC ist der stille Held für Entwickler. Starte einen lokalen Validator, füg seine URL ein, und du kannst Transaktionen aus deiner eigenen Testsuite mit derselben Oberfläche untersuchen wie im Mainnet. Kein anderer großer Explorer aus unserem Test kann das. Unser Ratgeber zu Devnet- und Testnet-Explorern listet die öffentlichen Endpunkte und ihre Grenzen.
- Cluster-Menü öffnen Klick oben rechts auf explorer.solana.com auf den Namen des Clusters.
- Cluster oder Custom RPC wählen Wähle Devnet oder Testnet, oder nimm Custom RPC und füge deine Endpunkt-URL ein.
- URL prüfen Die Adresszeile enthält jetzt einen Cluster-Parameter, geteilte Links öffnen sich also im selben Cluster.
- Wie gewohnt suchen Füg eine Signatur, Adresse oder Programm-ID ein; die Ergebnisse kommen aus dem gewählten Cluster.
Entwickler-Tools: IDL-Tab, Verified Builds und mehr
Für die Arbeit an Programmen ist der offizielle Explorer das vollständigste kostenlose Tool auf Solana. Sein Quellcode umfasst einen IDL-Tab, Dekodierung von Anchor-Accounts, einen Tab für Verified Builds, die Anzeige von security.txt, Feature-Gate-Seiten, Compute-Unit-Profiling und die Simulation von Instruktionen.
Der IDL-Tab auf einer Programmseite zeigt die on-chain veröffentlichte Schnittstellendefinition. Du siehst Namen der Instruktionen, Argumente und Account-Layouts, ohne das Repository suchen zu müssen. Der Tab für Verified Builds bezieht Daten von der Verifizierungs-API von OtterSec unter verify.osec.io und zeigt, ob der deployte Bytecode zu einem öffentlichen Quellcode-Repository passt. Diese Prüfung, beschrieben im offiziellen Leitfaden zu Verified Builds, kommt einem „verifizierten Quellcode anzeigen“ auf Solana am nächsten. Unser Ratgeber zum Programm-Explorer zeigt, wie du das Ergebnis liest und was du tust, wenn ein Programm nicht verifiziert ist.
Daten aus security.txt geben dir, sofern ein Programm sie veröffentlicht, einen Kontakt für Bug-Meldungen. Feature-Gate-Seiten listen Protokollfunktionen und ihren Aktivierungsstatus auf, praktisch, während Änderungen wie der Schritt von 400 ms hin zu kürzeren Slot-Zeiten oder Alpenglow im Testnet durchs Netzwerk laufen. Das Repository stellt außerdem einen öffentlichen MCP-Endpunkt unter /mcp bereit, über den KI-Tools den Explorer direkt abfragen können.
Das Limit des öffentlichen RPC ist relevant: Der Standard-Endpunkt fürs Mainnet, api.mainnet-beta.solana.com, ist gedrosselt und nicht für den Produktivbetrieb gedacht. Wirken Seiten in Stoßzeiten langsam, hilft meist der Wechsel auf deinen eigenen RPC über Custom RPC.
SAS-Attestierungen im Solana Explorer
Der Solana Explorer ist der einzige Explorer, bei dem wir Unterstützung für den Solana Attestation Service auf Code-Ebene bestätigen können. Sein Quellcode enthält eigene Account- und Instruktionskarten für SAS-Attestierungen.
Der Solana Attestation Service, im Mai 2025 von der Solana Foundation und der Solana Identity Group angekündigt, verknüpft verifizierbare Nachweise wie KYC-Status oder regionale Berechtigung mit Wallets. Öffnest du im offiziellen Explorer einen Attestierungs-Account, siehst du seine Felder in einer lesbaren Karte statt als rohe Bytes, und Transaktionen, die das SAS-Programm aufrufen, werden dekodiert. Stellst du Nachweise aus oder prüfst sie, lies unseren Ratgeber zum Solana Attestation Service, der zeigt, wie die Teile zusammenpassen.
Grenzen: was der offizielle Explorer nicht kann
Am schwächsten ist der offizielle Solana Explorer dort, wo Trader und Buchhalter Hilfe brauchen: bei Exporten, Analysen und Kontext. Er zeigt, was die Chain sagt, und kaum etwas darüber hinaus.
- Kein CSV-Export. Einen Download-Button für die Wallet-Historie gibt es nicht. Alternativen findest du in unserem Ratgeber zu Steuern und CSV-Export.
- Wenig Analysen. Keine DeFi-Dashboards, keine Charts zu NFT-Floor-Preisen, keine Trending-Token.
- Begrenzte Holder-Daten. Token-Konten kannst du ansehen, ein übersichtliches Ranking der Top-Holder mit Prozentangaben bekommst du nicht.
- Wenige Labels. Bekannte Programme sind benannt, Börsen-Wallets und andere Akteure erscheinen meist als nackte Adressen.
- Technische Sprache. Begriffe wie „writable“, „signer“ und „inner instructions“ setzen voraus, dass du weißt, wie Solana-Transaktionen funktionieren.
Hinweis: „Transaction not found“ bedeutet im offiziellen Explorer meist eines von drei Dingen: Du bist im falschen Cluster, die Transaktion ist nie angekommen, weil ihr Blockhash nach etwa 150 Slots abgelaufen ist, oder der öffentliche RPC hängt hinterher. Prüf zuerst den Cluster.
Nutzung auf dem Smartphone
Auf dem Smartphone ist explorer.solana.com eine responsive Website, keine App. Suche, Cluster-Menü und Transaktionsseiten funktionieren; lange Instruktionslisten und Logs bedeuten allerdings viel Scrollen. Um zu prüfen, ob eine Zahlung angekommen ist, reicht das völlig. Wer unterwegs die Historie lesen will, ist mit dem Mobile-Layout von Orb besser bedient.
Für wen lohnt sich der Solana Explorer?
Nimm den offiziellen Explorer, wenn du auf Solana entwickelst, Programme verifizierst oder eine neutrale Sicht ohne Werbung willst. Greif zu etwas anderem, wenn du hauptsächlich Token handelst oder Exporte brauchst.
Entwickler, Auditoren und Security-Researcher holen am meisten heraus: Custom RPC, IDLs, Verified Builds und präzise Compute-Unit-Daten sind schwer zu schlagen. Auch sorgfältige Alltagsnutzer profitieren, denn ohne Token-Werbung ist er ein ruhiger Ort, um eine Mint gegenzuprüfen. Trader und Nutzer mit Steuerfragen kombinieren ihn am besten mit Solscan. Unser Vergleich Solscan vs. Solana Explorer teilt die Aufgaben einzeln auf, und das Ranking der besten Solana Explorer deckt den Rest des Feldes ab.
Für deutschsprachige Nutzer gilt: Eine deutsche Oberfläche bietet auch der offizielle Explorer nicht. Da er aber sehr nah an den RPC-Feldnamen bleibt, lohnt es sich, die englischen Begriffe einmal zu lernen. Sie sind dieselben, die du in der Solana-Dokumentation und in Fehlermeldungen deiner Wallet siehst.
Fazit: 9,0 von 10
Der offizielle Solana Explorer erhält 9,0 Punkte: nahezu perfekt für Entwickler, bewusst spartanisch für alle anderen. Er ist der einzige große Explorer mit Custom-RPC-Option, er ist Open Source, und bei IDL, Verified Builds und SAS-Unterstützung liegt er vor der Konkurrenz. Punkte verliert er wegen des fehlenden CSV-Exports, dünner Token-Analysen und einer Sprache, die technisches Wissen voraussetzt. Behalte ihn neben einem kommerziellen Explorer in den Lesezeichen, dann steckst du selten fest. Willst du nur schnell eine einzelne Signatur prüfen, kannst du sie auch in unser Such-Tool einfügen.
Von der Solscanner-RedaktionAktualisiert · Testmethodik